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Diskussion zwischen Firmenvertreter und Sachbeistand
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Thema der Bürgerinformation des BUND-Ortsverbandes Großenlüder/Bad Salzschlirf und von Pro Lebensraum Großenlüder waren die Nachtragsunterlagen zum Antrag der ZKW Otterbein, sogenannte Ersatzbrennstoffe einzusetzen. Informiert wurde über Möglichkeiten der Öffentlichkeitsbeteiligung und BUND und Pro Lebensraum Großenlüder e.V. machten deutlich, was durch die bisherige Öffentlichkeitsbeteiligung bereits erreicht wurde. Wie wichtig die Öffentlichkeitsbeteiligung ist, hatte auch der Leiter des Dezernats Immissionsschutz, Herr Bergbauer, in der Pressemitteilung zur Verschiebung des Erörterungstermins deutlich gemacht. Hier schien Herr Bomba von Otterbein anderer Ansicht zu sein und es gab Rückfragen. Herrn Bomba wurde mitgeteilt, er könne sich bei Herrn Bergbauer erkundigen, der BUND-Ortsverband Großenlüder/Bad Salzschlirf war dort persönlich vorstellig. Der Vertreter der ZKW Otterbein, Herr Bomba, nahm das Saalmikrofon ausgiebig in Beschlag. Er versuchte, nicht nur zum Thema des Tages sondern auch zu bereits eingereichten Einwendungen die Sicht der Firma Otterbein darzustellen. Diskussionen gab es auch über die Existenz des Bypasses, wobei der Referent des BUND, Ingo Gödeke, anbot, das Bestätigungsschreiben von Frau Tanneberg, Leiterin des Dezernats 33, vorzulegen. Nahezu alle Plätze waren von Interssierten und Kritikern des Vorhabens der ZKW Otterbein bei Bürgerinformation des BUND-OV und von Pro Lebensraum am 05. Mai besetzt und alle Fragen der Bürger wurden durch den Experten Ingo Gödeke vom BUND beantwortet. Auf die Aussagen des Otterbein-Vertreters Herrn Bomba reagierten die Bürger misstrauisch und unmutig. Herr Bomba versuchte die bisherigen Vorkommnisse im ZKW herunterzuspielen. Geruchs- und Staubbelästigungen lassen sich jedoch nicht wegdiskutieren. Der BUND hat nach erster Prüfung auch in den Nachtragsunterlagen Mängel entdeckt, z. B. ist das Brennstofflager für Sekundärbrennstoff in einem Holzhaus. Aus Sicht des BUND ist der Brandschutz nicht gewährleistet. Es wurde darüber informiert, dass die ZKW Otterbein einen Antrag auf sofortigen Vollzug gestellt haben. Vom Podium wurde darauf hingewiesen, dass es hilfreich ist, wenn zahlreiche Einwender und Interessierte zur Erörterung kommen und dass wegen des komplizierten Genehmigungsverfahrens angestrebt wird, für den Erörterungstermin einen Verfahrensanwalt als Rechtsbeistand zu gewinnen. Wegen der Kosten ist Pro Lebensraum Großenlüder e.V. auf Spenden angewiesen. Dem BUND reichen ferner die Konzepte zur Löschwasserrückhaltung und zum Brandschutz in den Antragsergänzungen nicht aus. Zum Thema Klärschlamm gab es heiße Diskussionen und eine fachliche Auseinandersetzung zwischen dem BUND-Experten Ingo Gödeke und dem Otterbein-Vertreter Herrn Bomba. Dabei ging es neben Quecksilber auch um das Thema Perfluorierte Tenside (PFT), das für viele im Saal völlig neu war. Ingo Gödeke machte deutlich, dass zusätzlich zur kritischen Position des BUND zur Klärschlammverbrennung das PFT-Problem hinzukommt. Hier entstehen hochgiftige Spaltprodukte wie z. B. Perfluoressigsäure. Hintergrund zu PFT: BUND-Experten waren bereits im vergangenen Jahr wegen dieses Problems beim Umweltministerium Nordrhein-Westfalen zu einer Krisensitzung. Bekanntlich gab es dort den PFT-Skandal. In Hessen scheinen diese Informationen noch nicht angekommen zu sein. Zur Abgaseinrigung: Heiße Diskussionen gab es auch um die Filtertechnik. Im Rahmen der Diskussion zwischen dem Referenten des BUND Ingo Gödeke und dem Otterbein-Vertreter Herrn Bomba räumte dieser ein, dass Herdofenkoks die beste Rückhaltung von Schwermetallen insbesondere Quecksilber gewährleistet. Herr Bomba führte aus, dass im Kalkwerk der ZKW unter der Bezeichnung „Otterlit“ ein Gemisch aus Kalk und Herdofenkoks für diese Zwecke produziert wird. Die Frage, warum Otterbein dies nicht selbst zur Rauchgasreinigung verwendet, blieb offen. Herr Bomba gab an, dies sei im ZKW technisch nicht möglich und forderte den BUND-Referenten auf, eine solche technische Variante vorzulegen. Der BUND wird dieser Forderung gern nachkommen und hat auch bereits in anderen Verfahren Verbesserungsvorschläge eingereicht. Die Forderung nach dieser technischen Maßnahme ist bereits in den Einwendungen zur ersten Offenlage enthalten. Auf Nachfrage der Besucher nach Schadstoffbelastungen hat der BUND empfohlen, dass Großenlüder eine mobile Messstation beantragt. Der BUND hat im Rahmen der Umweltverträglichkeitsuntersuchung auch Vorbelastungsmessungen durch die Firma gefordert. Nachdem die ZKW Otterbein Gesprächsbereitschaft bekundet haben, müssen nun auch Taten folgen. |
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Aktualisiert 07.05.08 |
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